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OWK wanderte am 27.09.2020 zu zwei weiteren Dreimärkern

veröffentlicht um 28.09.2020, 01:31 von Wolfgang Eisenhauer   [ aktualisiert: 29.09.2020, 08:30 ]

Nach einer längeren Wanderpause startete nun der OWK am vergangenen Sonntag mit einer regionalen Runde. Ziele dieser Wanderung waren die Dreimärker an der gemeinsamen Grenze von Walldürn, Hettingen und Altheim sowie der Grenze Walldürn, Altheim und Waldstetten. Bei idealem Wanderwetter machten sich insgesamt 37 eifrige Wanderfreundinnen und Wanderfreunde in zwei Gruppen auf den Weg.

Die Wandergruppe mit einer Wegstrecke von knapp elf Kilometern wurde von Brunhilde Marquardt geführt. Man folgte zunächst der Altheimer, dann der Alten Altheimer Straße in Richtung Altheim. Hier gesellten sich noch einige Wanderfreunde zur Gruppe hinzu. Man ließ das Römerbad und Kastell sowie die Schmittshöhe und Mondlandschaft linker Hand liegen und genoss den Panoramablick auf eine herbstlich offene Flur mit Obstbäumen, abgeernteten Getreidefeldern und Kartoffeln- und Rübenäckern bis zum Waldrand des Gewanns Viereckiger Trieb. Nun führte die Tour knapp bergan, bis ein Waldweg nach links abzweigte. Hier war sofort zu erkennen, dass es sich um einen alten Grenzweg zwischen Walldürn und Altheim handelt, denn er wurde von alten Grenzsteinen in ca. 100 Meter Abständen gesäumt. An dessen Ende türmte sich ein gut gepflegter und prominenter Dreimärker auf.

Dieser historische Dreimärker kennzeichnet die Position, an der die Gemeinden Walldürn, Altheim und Waldstetten aufeinandertreffen. Seine Inschriften lauten auf der Walldürner Seite: WD 145, auf Waldstettener Seite: WSt 91 und auf der Altheimer Seite: AH 52. Die Oberseite liniert den Grenzverlauf. In wenigen Schritten durchlief man die Gemarkungen Walldürn, Altheim und Waldstetten.

Dreimärker sind Hoheitszeichen. Sie grenzen Hoheitsbereiche ab und dürfen nicht verändert, nicht unbefugt versetzt oder entfernt werden. Ein Gesetz des Großherzogtums Baden von 1852 wurde mit der Katastervermessung 1870 bis 1882 in unserer Gegend umgesetzt. Der dreikantige historische Grenzstein aus regionaltypisch rotem Buntsandstein zeigt auf jeder Seite die Inschrift seiner Gemarkung. Er ist ein Stück Heimat und Zeuge der Geschichte, ein Kulturdenkmal, das es zu bewahren gilt. Um Walldürn herum gibt es neun Dreimärker. Diese will der OWK in den nächsten Jahren erwandern mit dem Ziel, die Gemarkung von Walldürn konkreter kennen zu lernen.

Der Rückweg dieser Gruppe erfolgte über denselben Weg durch viele heimatliche Gewanne mit den Namen Großenacker, Bürglein, Lerchenberg, Diebgrund und Entengrube zur Linken und Gais, Poppensee, Meerwiese, Krumenacker und Erdbrücklein zur Rechten. Auch hier präsentierte sich wieder eine weite und idyllische Sicht nach Walldürn hin und in die Umgebung. Bevor man zum Ausgangspunkt zurückkehrte, gab Brunhilde Marquardt noch ein paar Impulse zum Stichwort "Heimat" und beendete den Wandertag mit dem "Septembergedicht von Erich Kästner".




Die 14 Kilometer lange Wandertour, geführt von Wolfgang Eisenhauer, führte vom Dreimärker Walldürn, Altheim, Waldstetten ausgehend entlang der der Gemarkungsgrenze Walldürn, Altheim zur ca. 850 m entfernten Weggabelung, an welcher der bis vor etwa 20 Jahren entwendete Dreimärker Walldürn, Altheim Hettingen stand. Doch einige Grenzsteine zum Dreimärker hin sind auf Walldürner, Hettinger und Altheimer Seite in ca. 100 Metern Abständen noch zu finden.

Dieses Gebiet im Großen Wald, eingeengt von den Gemarkungen Hettingen, Rinschheim und Waldstetten hat die Form eines Schlauchs – man spricht von einem Flaschenhals- zwischen den Gemarkungen der Stadt Walldürn und seinem Ortsteil Altheim.

Die Wanderung führte zurück zur Hohen Straße und schließlich über die Altheimer Straße zum Ausgangspunkt.

Agnes Sans, die Vorsitzende des OWK, dankte beiden Wanderführern für die Vorbereitung und Durchführung der beiden Touren.

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