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OWK wanderte auf den Spuren der Buscher-Brüder am 01.09.2019

veröffentlicht um 02.09.2019, 02:23 von Wolfgang Eisenhauer   [ aktualisiert: 04.09.2019, 06:26 ]

Am vergangenen Sonntag bot der OWK Walldürn zwei mit Kunst und Kultur verbundene Wanderungen an, so wie sie in Gamburg auf dem Kulturpfad der Künstlerbrüder Clemens und Thomas Buscher zu finden sind.

Die Geschwister Buscher waren beide Bildhauer. Professor Clemens Buscher arbeitete gerne mit Stein, Marmor, Eisen und Bronze, während sein Bruder Professor Thomas Buscher das Material Holz zur Bearbeitung seiner Werke bevorzugte.

Eine Wandergruppe mit 15 Teilnehmern wurde von Marita Eisenhauer und Brunhilde Marquardt geführt. Die erste Station auf den Spuren der Künstler stellte der Dorfbrunnen in der Ortsmitte dar. Seine Figuren zeigen den sagenhaften "Hakenmann", ein böser Wassergeist in der Tauber. Der Brunnen wurde 1907 aus grauem Sandstein gearbeitet und ist ein Geschenk von Clemens Buscher.

Nachdem man das stattliche Geburtshaus der Buscher Brüder betrachtet hatte, das 1864 aus Buntsandstein gebaut wurde, bog man in die Thomas-Buscher-Straße ein und erreichte als nächste Station das Gamburger-Buscher-Museum. Seit 2013 zeigt das Fachwerkhaus Werke der Künstler. Dem steilen Panoramaweg folgend, gelangte man zur Katholischen Kirche St. Martin.

Sie wurde 1895-1898 im neugotischen Stil erbaut. Thomas Buscher hat in seiner Erstlingsarbeit die Kirche mit dem Hochaltar, den beiden Seitenaltären, der Kommunionbank, der Kanzel, zwei Beichtstühlen und weiteren Figuren ausgestattet.

Etwas oberhalb der Kirche baute 1908 Clemens Buscher für sich das Sonnenbrünnle aus, um die Wasserversorgung an der Burghalde sicher zu stellen.

Von hier aus ging der Weg weiter aufwärts zum Buschertürmle am ehemaligen Krappentor. Dieses Türmle nutzte Clemens Buscher als seine Sommerresidenz. Das Krappentor (Krähentor) weist auf eines der früheren Befestigungsanlagen der Burg hin.

Noch etwas weiter aufwärts erreichte man die Burg. Einst mainzisches Lehen und Residenz der mächtigen Edelherren von Gamburg, befindet sie sich seit 1546 im Privatbesitz.

Sie gilt mit ihren vier Meter hohen und ältesten weltlichen Wandmalereien nördlich der Alpen, die Szenen des Kreuzzuges von Kaiser Barbarossa im Palas zeigen, als Nationaldenkmal.

Die Gamburg wurde nie zerstört. Auch während des Bauernkrieges blieb sie, dank des Eingreifens Götz v. Berlichingens, als eine der wenigen Burgen erhalten. Der Bergfried aus dem 12. Jh. wurde noch im Zweiten Weltkrieg genutzt.

In der Burgkapelle gibt es ein Gipsrelief von Clemens Buscher von 1895 und im Burghof noch einen Rest des Florian-Brunnens.

Von der Burg aus führte der Weg abwärts entlang der Romantischen Straße zum Fahrradweg. Man passierte die Dorfmühle, einen Hl. Blut Bildstock, überquerte den Maisenbach und gelangte zum Pilgerkreuz, der ersten Station des Kreuzweges der Fulda-Walldürn-Wallfahrer.

Auf dem Radweg ging es einige Kilometer der Tauber entlang, man passierte die Eulschirbenmühle, überquerte die Tauber, folgte einige Meter der Landstraße, die Teil der badischen Weinstraße sei. Nach einer Bahnunterführung kam wieder ein kleiner Anstieg auf einem Weg durch Erdbeer-, Gemüse- und Sonnenblumenfelder. Ein Blick nach rechts erlaubte die Sicht auf den Stahlberg, der als Weinberg von Üssigheim gilt. Dort haben die Buscher Brüder einen Kreuzweg gestaltet.

Man erreichte die Vierzehn Nothelfer-Kapelle. Ursprünglich stand diese Kapelle 100 Jahre unten im Tal an der alten Landstraße. Beim Neubau der Steige wurde sie an den heutigen Standort verlegt. Die Umsetzung wurde ermöglicht durch Spenden der nach Amerika ausgewanderten Gamburger.

Über den Panoramaweg, mit einem imposanten Blick auf die Tauber, die malerische Burg, die Kirche und das Buschertürmle, führte der Weg abwärts durch das Taubertal nach Gamburg. Die Wegstrecke betrug 6,7 km.

Eine zweite Gruppe machte sich bereits morgens mit Wanderführer Wolfgang Eisenhauer auf die 18,5 km lange Wanderstrecke. Zunächst wurden ebenfalls die Sehenswürdigkeiten am Kulturpfad besichtigt, um dann nach dem Kunstgenuss durch Flur und Wald des Kammerforstes zu wandern. Hier entdeckte die Gruppe eine Stele von Mathias Buscher. Der Stein erinnert an eine Prinzessin, die beim Sturz vom Pferd gestorben war. Auf dem weiteren Weg gelangte man zur Maria-Hilf-Kapelle, die Maria Anto

nie Gräfin von Ingelheim 1836 hat errichten lassen, weil ihre Tochter Isabelle vom tödlichen Nervenfieber genesen war. Die Tour führte nun zum ältesten Naturschutzgebiet des Taubertals, dem Apfelberg. Weiter ging es durch Wald und Flur verbunden mit herrlichen Ausblicken auf das Taubertal nach Eiersheim und weiter nach Uissigheim. Vorbei an den alten Grünkerndarren oberhalb des Sportplatzes wurde der Stahlberg erreicht. Entlang dem von Karl August Cölestin Buscher um 1867 geschaffenen Kreuzweg aus Sandstein stieg die Gruppe den Weinberg hinauf zur Dreifaltigkeitskapelle. Nach einer Rast führte der Weg talwärts zur Eulschirbenmühle und von dort über die Vierzehnheiligenkapelle zurück nach Gamburg.


Hier trafen sich beide Gruppen zur Einkehr in der Schlupfe Scheune im Grünen Baum. Wanderwart Ralf Englert dankte den Wanderführerinnen und dem Wanderführer für die Organisation und Durchführung der beiden Wanderungen.

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Wolfgang Eisenhauer,
02.09.2019, 02:42
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02.09.2019, 02:42
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