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Bezirkswandertag am 01.05.2019 in Walldürn

veröffentlicht um 04.05.2019, 03:35 von Wolfgang Eisenhauer   [ aktualisiert: 08.05.2019, 02:31 ]

Anlässlich des 1225-jährigen Stadtjubiläums richtete die OWK-Ortsgruppe Walldürn am 1. Mai den diesjährigen Bezirkswandertag des Bezirks 7 in Walldürn aus.

Ca. 200 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde aus den Ortsverbänden Amorbach, Buchen, Hardheim, Groß- und Kleinheubach, Lautenberg, Waldbrunn, Neckarbischofsheim sowie eine Wandergruppe der Sportkarateabteilung der Eintracht Walldürn und eine Radgruppe aus Osterburken fanden sich in der einladend geschmückten Nibelungenhalle ein.

Hier begrüßte die Vorsitzende des OWK Walldürn Agnes Sans alle Gäste mit einem "Frisch auf". Ursprünglich 1898 als Verschönerungsverein gegründet, sei er heute ein sehr aktiver Wanderverein mit 21 Wanderführerinnen und Wanderführern, die an nahezu 40 Sonntagen im Jahr Halbtages- und Ganztagestouren sowie auch Mehrtageswanderfahrten anbieten. Außerdem gibt es für ältere Mitglieder zusätzlich gesellige Veranstaltungen.

Bürgermeister Markus Günther zitierte in seinem Grußwort den französischen Schriftsteller Georges Duhamel: "Die Landschaft erobert man mit den Schuhsohlen, nicht mit den Autoreifen". Wandern sei eine Begegnung mit der Natur, mit sich selbst und mit anderen.

Der Bürgermei

ster berichtete über die Entwicklung der Wallfahrts- und Garniso
nstadt, die heute 8.000 Einwohner zählt - mit den neun Ortsteilen 12.000. Walldürn sei nicht nur als größter eucharistischer Wallfahrtsort

Deutschlands mit ca. 50.000 Pilgern im Jahr bedeutend, sondern auch touristisch attraktiv.

Es folgte ein weiteres Grußwort des Bezirksvorsitzenden Josef Eck. Danach wurden vier Wandertouren vorgestellt, denen sich die Besucher anschließen konnten:




Tour 1:

Wanderführerinnen Brunhilde Marquardt und Marita Eisenhauer boten eine informative, zweistündige Stadt- und Kirchenführung von vier Kilometern an. Dabei wurde den 20 Besuchern an mehreren Stationen die Geschichte der Stadt erläutert: am Schlossplatz die Herrschaft der früheren Edelherren von Dürn mit ihrer Burg, die später als Mainzer Kellerei erbaut wurde und in der heute die Stadtverwaltung arbeitet. Der Schlossplatzbrunnen dort erinnert mit seinen Figuren an frühere Erwerbszweige der Walldürner. Er wird zur österlichen Zeit vom OWK als Osterbrunnen geschmückt.

Am früheren Süd -Turm mit dem Buchener Tor wurde der Verlauf und frühere Funktion der Stadtmauer geschildert, am Historischen Rathaus der Schmuck des Fachwerks sowie über das älteste Stadtviertel Walldürns mit dem Namen Kleinfrankreich. Im sogenannten "Göigerlishof" informierte das Mahnmal über die ehemalige jüdische Bevölkerung in Walldürn; das Kunstwerk: "Geschichtsprozession" am Miltenberger Torplatz erzählte mit seinen Figuren und Symbolen über geschichtliche Meilensteine der Stadt. Letzte Station war die Be

sichtigung der "Wallfahrtskirche zum Hl. Blut", die 1962 von Papst Johannes XXIII die Ehrenwürde einer Basilika minor erhielt.

Tour 2:
Wanderführer Alfred Günther erwanderte mit 40 Wanderern eine sechs Kilometer lange Strecke, die zweieinhalb Stunden dauerte. Zunächst erreichten die  Wanderer die ehemalige Mutterfichte, die g
rößte und stärkste Fichte weit und breit. Ein dort aufgestellter Gedenkstein erinnert an den ehemaligen Bürgermeister Karl-Heinz Joseph.

Am Märzenbrünnle erklärte der Wanderführer die Geschichte der Christianisierung der germanischen Vorfahren von dem Glaubensboten Pirmin und den Mönchen des Amorbacher Klosters. Auch die Legende über die Entstehung der Kapelle wurde erläutert. Weiter wanderte die Gruppe  über den naturbelassenen Fichtenpfad zum Odiniadenkmal und den Fuchsenstein. Über den steilen Auerberg erreichte man wieder die  Nibelungenhalle.

Tour 3:
Die Teilnehmer stärkste Gruppe mit ca. 70 Wanderfreunden führte auf seiner zehn Kilometer langen Tour Wanderwart Ralf Englert. Beim ersten Halt auf der H
öhe  des Wohn- und Pflegezentrums "Maria Rast" erklärte er das idyllische Marsbachtal, das Wohngebiet Heide und insbesondere die Walldürner Jugendherberge. Im weiteren Verlauf traf man immer auf Bildstöcke, als Zeugen für das Madonnenländchen. Man ging weiter über den Stationenweg, ein klassizistischer Kreuzweg, der im Jahr 2000 aufwendig renoviert wurde. Schließlich erreichte man die Waldkapelle, die man wie die benachbarte Quelle in Walldürn als Märzenbrünnle kennt.

Auf dem Weg zum "Neuschemer Brückle" informierte  der Wanderführer über die Schutzhütten sowie die Forstarbeit mit Aufforstung durch Bepflanzung, am Wildpark über die Arbeit des Wildpark-Vereins und über einen Walderlebnistag als Projekt der Forstarbeit.

                                                                    Man durchwanderte das gesamte Gehege und gelangte schließlich auf dem Radweg über das Odinia-
                                                                    Denkmal zum Zuckerhut und zurück zur Nibelungenhalle.

Tour 4:
Wanderführer Karl-Friedrich Berberich begrüßte 23 Gäste zu seiner Wanderung mit einer Wegstrecke von 14 Kilometern, Höhenmeter 146 m, Dauer etwa 4 Stunden.

Von der Nibelungenhalle ging es zur Nibelungenkaserne, deren Entwicklung der seit 1956 stationierten verschiedenen Garnisonen in Walldürn thematisiert wurde. Weiter führte die Wanderung im herrlichen grünen Maiwald zum Hainstadterbrücklein. Vor Ort konnten sich die Teilnehmer ein Bild über die Aktivität eines Bibers mit dem dazugehörigem Neuschaffen von Lebensraum machen. Es siedelten sich schon der Schwarzstorch, Frösche, die Gelbbauchunke und verschiedene Enterten an. Entlang des Eiderbachs ging es vorbei am Mohbrunnen, der Walldürn seit 1947 mit Wasser versorgte, zur Frankenmüller Kapelle, ein Überbleibsel einer Getreidemühle, wo noch heute Maria verehrt wird. Nach einem kräftigen Anstieg ging es zum herrlich in die Wald-Landschaft angepasstem Fledermausturm - früher eine Umspannstation der Stadt Walldürn, die nach der Änderung der Stromübertragung dem Verfall preisgegeben war. Der Biotopschutzbund renovierte innen auf drei Ebenen den Turm und schaffte somit Quartier und Lebensraum für Fledermäuse, Vögel und Kleinsäuger. Hier wurde eine kleine Rast eingelegt. Der Weg führte dann über die alte Amorbacher Straße ins Marsbachtal. Auf halber Höhe ging es am Märzenbrünnlein vorbei und über die Streuobstwiesen zur Nibelungenhalle zurück.

Nach den einzelnen Wanderungen versorg
te die Ortsgruppe Walldürn alle Teilnehmer bestens mit Essen und Getränken sowie selbstgebackenem Kuchen. Bei gemütlichem Beisammensein mit einer Präsentation über die Wanderaktivitäten des OWK-Vereins sowie über die Stadt Walldürn, die von Wolfgang Eisenhauer zusammengestellt wurde, klang der gelungene Bezirkswandertag aus.

Autoren: Brunhilde Marquardt, Alfred Günther, Ralf Englert, Karl-Friedrich Berberich.

Fotos: Bernd Stieglmeier, Agnes Sans

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