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OWK wanderte am 25.09.2016 in der "Fr#nkischen Toskana" um Iphofen

veröffentlicht um 26.09.2016, 01:06 von Wolfgang Eisenhauer


Der OWK erlebte bei einer Weinbergwanderung in der "Fränkischen Toskana" rund um Iphofen reiche Geschichte, überwältigende Aussichten und fränkische Kultur.

Die Wanderung der Gruppe mit einer Streckenlänge von 13 Kilometer leitete Karl-Friedrich Berberich und Wolfgang Eisenhauer. Sie führte von Rötelsee, einem Weinort am Fuß des Schwanbergs gelegen, mitten durch die Weinberge auf den Hausberg Iphofens, den 474 Meter hohen Schwanberg. Er gilt als einer der schönsten Aussichtsberge des Steigerwaldes. Beim Aufstieg konnten die Wanderfreunde Aufschlüsse des mittleren Keuper und Tonmergelschichten mit Gipsablagerungen, die von gelbem Sandstein, dem Schilfsandstein, überlagert sind, erkennen. Diese Schichtstufen sind als „Bayerns schönste Geotope“ ausgezeichnet.

Man durchquerte zwei Keltenschanzen mit innerem und äußerem Wall, die 500 v. Chr. als Holz-Erde-Mauern von den Kelten errichtet wurde. Sie dienten zunächst den Kelten, später auch den Römern, Germanen und Franken als Fluchtburg vor Feinden aus dem Osten. Heute ist sie als sehenswertes archäologisches Denkmal zu bestaunen. Über den Geo-Ökologische Lehrpfad – er vermittelt Wissenswertes zu Themen wie Wein, Geologie, Flora und Fauna - gelangten die Wanderer zum "Terroir F", einer Landmarke, die dem Gast dreidimensional an einer Skulptur aus Säulen veranschaulicht, wie viel Wein welche Nation produziert. Von hier aus genossen die Wanderer einen gigantischen Ausblick in die Umgebung und in das fränkische Weinland, bevor der Abstieg nach Iphofen erfolgte.

Die weitere Gruppe führte Brunhilde Marquardt und Edeltraud Berberich mit einer Strecke von sieben Kilometern. Der Wanderweg begann auf dem Plateau des Schwanbergs an der St. Michaelskirche. Dieser moderne Kirchenbau mit einem Zentralbau und Elementen eines Tempelbaus wurde von dem renommierten Architekt Freiherr von Branca geplant. Die Kirche ist heute im Besitz einer evangelisch-lutherischen Ordensgemeinschaft (Communität Casteller Ring), die nach Benediktinischen Regeln lebt und Schloss und Kirche als Geistliches Zentrum nutzt.

Auf einem Bergsporn unterhalb des Schlosses mit dem Namen "Kappelrangen", der mit seinen Steinmarken an die mittelalterliche Kapelle St. Walburgis erinnert, genossen alle Wanderfreunde einen weiten Blick in das Steigerwald-Vorland und Maintal.

Danach führte der als "Traumrunden-Weg" markierte Pfad durch den Schlosspark. Diesen hat von 1919 bis 1921 Graf Alexander von Castell-Rüdenhausen, damals mit Ottilie von Faber verheiratet, der Erbin des weltweitbekannten Bleistiftfabrikanten Faber aus Stein bei Nürnberg, als einen einzigartigen Schloss-Park anlegen lassen. Elemente des klassischen Barock- und englischen Landschaftsgartens sind hier miteinander verknüpft. Man durchwanderte mehrere Gartenräume, die von einer Linden-Allee und großen Parkwiesen gesäumt sind und an deren Ende das Mausoleum der Schlossherren steht.

Ein schmaler Pfad führte weiter durch ein großes Mischwaldgebiet, das seit 2007 als Friedwald genutzt wird. Man gelangte an den Birkensee, ein idyllischer Waldsee, dessen Ufer von Birken umsäumt sind. Hier hielt man Rast. Über den Steigerwald-Panorama-Weg und den Rebsorten-Lehrpfad gelangte man nach Iphofen.

Hier nutzten alle Wanderfreunde die anlässlich der Kirchweih angebotene Flanier- und Genussmeile in der gesamten Stadt, bevor ein interessanter Stadtspaziergang durch das mittelalterliche, mauerbewehrte und fachwerkbestückte fränkische Iphofen folgte. Eine Stadt, von der es heißt: Wein, Gips und Holz sind Iphofens Stolz.

Denn die Weine von ca. 330 ha Anbaufläche, das flüssige Gold Iphofens, haben einen hervorragenden Ruf. Mit der geologischen Besonderheit von Gipslagerstätten, dem weißen Gold Iphofens, hat sich seit 1940 ein neuer Erwerbszweig etabliert. Ebenso spielt das Holz, das natürliche Gold Iphofens, bei der historischen Waldbewirtschaftung Mittelwald eine bedeutende Rolle.

Eine tolle Überraschung bot die Musikgruppe "Franconia Sextett", die zusammen mit der Wandergruppe in den Gassen Iphofens das Frankenlied schmetterte.

Abschließend ließ man sich im Gasthof "Zum Goldenen Stern" von fränkischer Küche und Wein verwöhnen. "Der Tag war ein tolles Erlebnis" bekundeten die 52 Wanderer, bevor sie der Bus wieder nach Walldürn zurückbrachte.



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