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Auf den Spuren Tilman Riemenschneiders und Balthasar Neumann

veröffentlicht um 04.08.2014, 04:10 von Werner Weigand

Walldürn. Auf den Spuren Tilmann Riemenschneiders und Balthasar Neumanns in Würzburg, so lautete das Thema eines Wanderangebots des OWK.

Eine Gruppe erwanderte unter der Führung von Wolfgang Eisenhauer zwölf Kilometer, ausgehend vom Guttenberger Forst über das hintere Steinbachtal durch die Anna-Schlucht. Die ehemals zugewachsene und unbegehbare Wildschlucht zum Nikolausberg hinauf wurde vom damaligen Verschönerungsverein Würzburg zu einem steil emporsteigenden wildromantischen Weg mit Treppenpartien und kleinen Brücken ausgebaut. Seit 1941 ist die Anna-Schlucht als Naturdenkmal ausgewiesen, da sie über ökologische, landschaftsgeschichtliche und geologische Besonderheiten sowie über eine artenreichen Tier- und Pflanzenwelt verfügt. Die Schlucht ist über 500 m lang, der Weg überwindet etwa 150 Höhenmeter und endet am oberen Steinbachweg. Kurz darauf gelangte man zu den Grünanlagen der Frankenwarte, die seit 1894 auf dem höchsten Punkt des Nikolausbergs errichtet ist. Vom dortigen Aussichtsturm genoss man eine weite Sicht über Würzburg und hielt Rast im Biergarten der "Hacienda mexicana". Danach besuchte man die nahe gelegene Wallfahrtskirche Käppele, Balthasar Neumanns letzter Bau in Würzburg, bevor man über die Kreuzwegstationen abwärts, dem alten Mainviertel entlang, danach über die Alte Mainbrücke in die Stadt ging, um dort einige Kunstwerke von Riemenschneider und Neumann anzusehen.

Eine weitere Gruppe, die von Brunhilde Marquardt geleitet wurde, besichtigte zunächst die Festung Marienberg, die als weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt Würzburg gilt und mit dem Scherenbergtor, der Marienkirche, dem Bergfried, dem 100 Meter tiefen Brunnen, dem Riemenschneiderverlies und dem Wehrgang zugleich Zeugnis einer mehr als 1000-jährigen Geschichte ist. Vom Fürstengarten genoss man den grandiosen Blick über die Stadt. Danach stieg man den Marienberg abwärts, ging am Mainviertel entlang und besuchte die historische St. Burkhard-Kirche, die dem ersten Bischof Würzburgs geweiht ist und einige Werke aus der Riemenschneiderwerkstatt zeigt. Man stieg den platanenbeschatteten Kreuzweg mit den Stationen hinauf zum Käppele, einem zierlichen Pendant zur trotzigen Festung auf dem Marienberg. Dieses fromme Ensemble, ein Spätwerk von Balthasar Neumann zeigt eine barocke Innenausstattung. Die Aussicht von oben erstreckte sich auf den Main, die langgestreckte Festungsanlage und die Stadt Würzburg mit ihren vielen Kirchtürmen. Nach einer Pause ging es den Nikolausberg abwärts, über die Alte Mainbrücke mit ihren monumentalen Heiligenfiguren in die Stadt. Manche Wanderer folgten der mittlerweilen großen Attraktion und nahmen bei herrlichem Blick auf eine malerische Kulisse einen Brückenschoppen zu sich.

Man besichtigte die Marienkapelle, für die Riemenschneider am Marktportal das Paar Adam und Eva geschaffen hat, ebenso das gehauene Epitaph für den auf einer Morgenlandfahrt verstorbenen Ritter und Hofmeister Konrad von Schaumberg. Im Kiliansdom, der sich als Würzburger Bischofskirche und viertgrößte deutsche romanische Kathedrale unter die großen rheinischen Kaiserdome einreiht, bestaunte man die von Tilman Riemenschneider aus Salzburger rotem Marmor gehauenen Grabmale Rudolf von Scherenberg und Lorenz von Bibra sowie die von Balthasar Neumanns Schönbornkapelle, letztlich auch Riemenschneiders jugendliche Madonna im Neumünster.

Pünktlich zum Glockenspiel um 17:00 Uhr trafen sich beide Wandergruppen mit insgesamt 48 Teilnehmern im Bürgerspital, der Wiege des Bocksbeutels. In gemütlicher Atmosphäre ließ man sich dort im romantischen Innenhof eine fränkische Brotzeit und einen guten bürgerspitälischen Schoppen schmecken und plauderte über die vielen Eindrücke der Stadt Würzburg und deren Kunstwerke von Tilmann Riemenschneider und Balthasar Neumann.

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