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Wandern und Lyriks

veröffentlicht um 11.07.2021, 10:10 von Wolfgang Eisenhauer   [ aktualisiert: 12.07.2021, 03:12 ]


Nach langer, fast einjähriger Wanderpause eröffnete der OWK seine Wandersaison mit einer 8,5 Kilometer langen Tour besonderer Art: Wandern und Lyriks. So begrüßte Wanderführer Karl-Friedrich Berberich mit ein paar Klängen aus dem Lied: „Gut wieder hier zu sein“ von Konstantin Wecker, Reinhard Mey und Hannes Wader. Damit sprach er allen 39 Wanderfreundinnen und Wanderfreunden, darunter auch einige Gäste, aus der Seele.

Der Weg führte zunächst zum Märzenbrünnle, ein Kleinod für alle Fremden und Walldürner, besonders für alle Wanderer. Dieser spirituelle Ort bot sich regelrecht an, hier das Thema „Glauben“ lyrisch aufzugreifen. Glaube, der oft ins Wanken kommt, der aber auch viel aushalten kann. Auf jeden Fall ist er eine Erfahrung mit Gott. So begann man das lyrische Intermezzo mit dem ältesten und bekanntesten Gebet der Christenheit, dem Vater unser in gesungener Version von Karl-Friedrich Berberich. Jede und jeder konnte sich in dieses Gebet gedanklich einreihen. Die anschließenden Klänge der Melodie von den ABBAs aus den 70er Jahren „I have a dream“ waren noch allen vertraut. Brunhilde Marquardt führte zu diesem visionären Lied hin und rezitierte danach den Text.


Der Weg führte durch einen herrlichen schattigen Sommerwald, der die Schwüle entlastete, weiter zur Hütte auf dem Rippberger Weg. Diese Station stand unter dem Thema: „unsere Erde“. Wir alle bekommen sie als Leihgabe, wir sind beauftragt unsere Schöpfung zu gestalten, sie zu bewahren und uns an ihr zu erfreuen. Wanderer sind sich dessen Geschenk und Auftrag besonders bewusst. Karl-Friedrich Berberich kredenzte einige Takte aus dem größten Hit aller Zeiten von Luis Armstrong: „What a wonderful world“. Brunhilde Marquardt interpretierte die Poesie des Textes, die von der Schönheit der Natur und des kleinen Glücks erzählt. Der Wald bot dazu eine ideale Kulisse. Das Anspiel des nächsten Liedes: „Welche Farbe hat die Welt“ von Drafi Deutscher lud alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Mitsingen ein.


Beim Weitergehen konnten sich die Wanderer austauschen, manche ließen Melodien noch nachklingen. Die Hütte „Die Alten habens erhalten“ war das nächste Ziel mit dem Thema: „Familie“. Die Familie bildet die Grundlage für soziales Leben. Sie übernimmt einen großen Teil Erziehungs- und Bildungsaufgaben, vermittelt soziale Werte und erbringt Leistungen in der Pflege und Versorgung alter, kranker und behinderter Menschen. Die Sozialwissenschaft bezeichnet diesen Mehrwert: Humankapital. Jedes einzelne Familienmitglied übernimmt dabei eine wichtige und individuelle Rolle, u. a. auch die Omas. So kamen die nächste Melodie aus dem Lied „Oma“ von Volker Lechtenbrink mit anschließendem Worterklärungen. Viele konnten sich im Text wiederfinden. Nach ein paar Klängen des Songs „Candle in the wind“ von Elton John erinnerte Karl-Friedrich Berberich an den verstorbenen, wertgeschätzten Wanderfreund Paul Sauer, ein absoluter Kenner der Natur und kompetenter und beliebter Wanderführer, der immer besondere, romantische und idyllische Wanderwege kannte und einzigartige Wanderungen anbot. Die jährliche Orchideenwanderung trug stets seine Handschrift.




Am nächsten und letzten Halt an der „Schutzhütte an der Mutterfichte“ wurde „unsere Gesellschaft“ thematisiert. Beim Anklingen des Musiktitels „Das ehrenwerte Haus“ von Udo Jürgens kamen viele ins Schmunzeln, andere ins Nachdenken. Schließlich brachte die Aussage des Textes auf den Punkt, was wir unter Gesellschaft verstehen: die in unterschiedlichen Formen zusammenlebende Gemeinschaft von Menschen mit ihren Konventionen, Normen und Gesetzen. Der Text, gefolgt vom kurzen Anspiel der Melodie von Konstantin Weckers „Was keiner wagt“ gab allen Wanderfreunden positive, aufbauende Impulse mit auf den Weg. Eine gelungene Wanderung, die unser Leben pointiert, doch umfassend thematisierte und es mit allen Sinnen mitten in der Natur wahrnahm und die sowohl von Fröhlichkeit und Gemeinschaft als auch von Besinnlichkeit getragen war.


Wanderwart Ralf Englert bedankte sich im Namen des Odenwaldklubs bei Wanderführerin Brunhilde Marquardt und Wanderführer Karl Friedrich Berberich für die Vorbereitung und Durchführung des Pilotprojekts "Wandern und Lyriks", das alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer begeisterte.

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Wolfgang Eisenhauer,
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